Stimmung gut? Stimmung schlecht?

Subjektiv ist die Stimmung aktuell sicherlich ziemlich am Boden. Barry Ritholtz hat sich gerade eingeschossen auf die Leute, die meinen, dass die jetzige Krise nur durch die Leute kommt, die schlechte Stimmung machen. Als wenn es keine Gründe gäbe ...

Daher nutzt er mal die Zeit und bringt zwei Sentiment-Indikatoren, die auf Basis von echtem Geld messen. Und diesen weise ich eine wesentlich höhere Bedeutung zu als die subjektiven, die Onkel Goldberg Zahlen. Und was sagen die Zahlen:

a) Die Cashquote bei den Fonds in den USA liegt bei 3,8% und liegt damit auf Rekordtief (das übrigens aus dem Jahr 1972 stammt).

b) Das Margin Debt, also die auf Kredit gekauften Aktien (ist das richtig?), sind auf Rekordhoch.

The Negativity Bubble

Allerdings möchte ich zwei Einschränkungen machen. b) muss man immer im Zusammenhang mit den Leerverkäufen sehen. Diese waren, als ich die letzten Zahlen hatte, auch ziemlich hoch. Das heisst, es wurde nicht nur auf steigende Kurse gesetzt, sondern eben auch auf fallende. Das heisst dann nur, dass alle ziemlich spekulativ waren, aber nicht unbedingt optimistisch ... Und der zweite Punkt: Das Put/Call-Ratio (auch ein oft beachteter Stimmungsindikator) war in der letzten Woche noch überraschend stabil bei etwa 1. Das dürfte sich spätestens heute massiv geändert haben, aber den extremen Pessimismus, den wir beim letzten Einknicken im Frühling hatte, haben wir immer noch nicht.

Wenn man sich das zu Herzen nimmt, müsste man eigentlich noch negativ bleiben. Ich glaube allerdings, dass die Stimmung überbewertet wird. Aktuell ist die Stimmung der Aktienhändler ziemlich egal, weil die nur der Schwanz sind, mit dem der Hedgefonds-Hund (Bullterier, schätze ich) wedelt. Hier wollen viele Leute nicht mehr verkaufen, sie müssen. Und in einer solchen Lage kann man messen, was man will, das hilft nicht mehr viel.

1 Kommentar :

  1. Genau so sehe ich es auch im Moment: die Stimmung spielt nebengeordnete Rolle. Jetzt sind die Redemptions, die Liquidität und die Bonität viel größere Treiber. Es gesellen sich - denke ich - auch die Carry-Trades-Schließungen dazu. Demnächst erwarte ich etwas mehr "Dynamik" bei den Emerging Markets (über China haben wir uns schon unterhalten ...).

    Dann wird eine gekippte Stimmung noch zum Sahnehäubchen ...

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