US Hausbauer sind sehr skeptisch

Heute kamen die aktuellen Zahlen der NAHB (National Association of Home Builders). Danach die die Stimmung der potenziellen Häuslebauer in den USA so schlecht wie noch nie in diesem Konjunkturzyklus. Viele der einzelnen Komponenten sind sogar auf oder nahe der tiefsten Stände in der 22-jährigen Geschichte des Indexes.

Diese Zahl kommt angesichts der in allen Medien breitgetreten Krise nicht überraschend. Es wird spannend zu sehen, ob sich diese negative Stimmung für diese eine Marktsegment auf die gesamte Wirtschaft durchschlägt. Ich befürchte genau das, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der US-Verbraucher angesichts der Krise bei seinem wichtigsten Vermögenswert (seiner eigenen Immobilie) und der negativen Sparrate weiter mit vollen Händen das Geld in den Konsum steckt. Irgendwann muss auch der US-Verbraucher seine Ausgaben wieder seinen Einnahmen anpassen.

Man darf nie vergessen, dass der Verbraucher für 70% des US-BIPs sorgen muss. Ohne den Verbraucher geht (wirtschaftsmäßig) in den USA nichts.

Home builders' sentiment sinks further in August

Ein Rückblick: Bei der Immobilienkrise habe ich die wirkliche Gefahr auf der Finanzierungsseite gesehen habe. Die Preisseite war zwar auch kritisch, das ist aber ein zyklisches Phänomen. Normalerweise sinken die Preis halt etwas, ein paar Leute gehen Pleite, aber dann fängt sich das wieder. Dieses Mal gab es allerdings (zu) hohe Preise in Kombination mit einer noch nie gesehenen Wackligkeit auf der Finanzierungsseite. Dabei wurden Unmengen von eigentlich komplett unseriösen Finanzierungen an Leute vergeben, die nie und nimmer kreditwürdig waren. Wenn man beides zusammen nimmt, muss diese Krise schlimmer und tiefer werden als im Durchschnitt. Die Hoffnung vieler Beobachter, dass diese Krise kürzer wird, habe ich eh nie nachvollziehen können.

Analog sehe ich die Gefahr für die US-Wirtschaft weniger im jetzigen Abschwung am Immobilienmarkt (und auch nicht unbedingt in einer möglichen Kreditklemme), sondern wieder in der fundamentalen Verschuldungssituation des US-Verbrauchers. Normalerweise spart selbst der US-Verbraucher. Und natürlich kann man in dieser Ausgangslage eine Zinserhöhung, einen Abschwung am Arbeitsmarkt oder Unsicherheit beim Immobilienpreis eine Zeitlang aushalten. Wenn man aber schon mit einer negativen Sparquote in die Krise geht, dann muss man halt schnell und deutlich auf die Ausgabenbremse treten. Und nicht nur so ein wenig und nicht erst nach dem (teilweisen) Aufbrauchen der Rücklagen.

Es ist also die Kombination aus einem zwar schmerzhaften, aber natürlichen Abschwung, der auf eine unnatürlich unsichere finanzielle Situation trifft. Das macht die aktuelle Lage so gefährlich.

Im Herdentrieb ist eine ziemlich detaillierte Auflistung, wie sich die Krise entfalten könnte (Erst Liquiditätskrise, dann Kreditklemme). Ich halte das noch fast zu optimistisch. Eine richtig "schöne" Rezession kann ich mich auch allein durch die Immobilienkrise und den dadurch verunsicherten und anschließend sparenden US-Konsumenten vorstellen. Dazu braucht es denn Finanzmarkt und die Kreditklemme möglicherweise gar nicht ...

Kommentare :

  1. Das mit der Sparrate (oder Sparquote) würde ich so pauschal nicht stehen lassen. Zwar ist eine negative Sparrate nicht leichterhand als "ungefährlich" abzutun, sie ist aber auch nicht so dramatisch wie die Kommentare "die Amerikaner geben mehr aus als sie verdienen" suggerieren.

    Ich könnte diese Veröffentlichung der NY Fed empfehlen (http://www.newyorkfed.org/research/current_issues/ci13-4/ci13-4.html).

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  2. Die URL ist abgeschnitten, aber man kann's mit " savings rate" auf der Website finden.

    Werde ich lesen. Den Kernpunkt kenne ich aber glaube ich schon.

    Ich hatte zu dem ganzen schon vor 10 Tagen mal einen Artikel geschrieben und einige der oft gebrachten Relativierungen kritisiert. Ja, die Amis sind reich, ABER noch lange nicht so reich wie 2000. Ja, die Amis haben viel Vermögen, aber es wackeln gerade große Teile davon. Und ja, die Amis haben Vermögen, aber was nützt es, wenn sie am ANFANG der Krise schon auf Pump leben? Die Reserven sollten doch für die schlechten Zeiten sein und nicht für die guten ...

    Bye egghat

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  3. Äh, Link:

    http://egghat.blogspot.com/2007/08/die-negative-sparrate-der-us.html

    Bye egghat

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