Arbeitsmarktpolitik - Milliarden für die Katz

Und zwar ausschließlich für die Katze!

Das Milliardenloch am Arbeitsmarkt

Daraus:

„Es war auch für uns selbst überraschend“, sagt Lechner, „dass wir keine Arbeitsmarktmaßnahme gefunden haben, weder in Ost- noch in Westdeutschland, die positive Effekte hatte, dafür aber eine Menge von Maßnahmen, die Arbeitslosigkeit eher verfestigen.“

Wuh. Das ist harter Tobak. KEINE EINZIGE Maßnahme, die dazu führte, dass die Dauer der Arbeitslosigkeit verkürzt wurde. KEINE EINZIGE. Das heisst, es werden jedes Jahr ABERMILLIARDEN für Schwachsinn ausgegeben. Und keiner beschwert sich.

Der Typ ist übrigens kein Spinner und hat sich die Daten nicht ausgedacht. Er hatte Daten aus Nürnberg und zwar eine Stichprobe von etwa 2% der gesamten Daten (natürlich anonymisiert). Also wahrscheinlich die besten Daten, die man als Wissenschaftler bekommen kann.

Ich habe in der Zeit, wo ich noch mehr politisches Zeuch hier geschrieben habe (das aber in den Wirrungen um die US-Immobilienkrise aktuell zu kurz kommt) ein paar Mal meine persönliche Präferenz für einen Kombilohn ausgedrückt. Daher bin ich ganz froh, dass auch Lehner für dieses Modell eine Vorliebe hat: Es sei preiswerter jemanden dafür zu bezahlen, dass er richtig arbeitet und zwar in einem richtigen Job in der richtigen Wirtschaft. Dabei lernt man schließlich auch was. Und es immer noch sinnvoller, jemandem Geld für's Arbeiten als für's Nichtstun zu geben.

Übrigens kann man auch aus Kombilohn und Mindestlohn etwas Sinnvolles machen:

Mindestlohn 5 Euro plus 2,50 Euro vom Staat. Wer keinen Job findet, der irgendjemand 5 Euro die Stunde wert ist, bekommt halt weiter Hartz IV. *Ich* kann mir aber nicht ernsthaft vorstellen, dass bei 5 Euro pro Stunde die Nachfrage nach einfachen Dienstleistungen nicht explodieren würde. Ich würde mein Auto nicht mehr selber waschen, selber tapezieren, den Rasen mähen (wenn ich denn einen Garten hätte), etc. pp. Und ich bin definitiv nicht der Einzige.

Vielleicht würde das sogar Oskar L. akzeptieren. Obwohl der natürlich nichts von dem oben gesagten auch nur ansatzweise verstehen oder überhaupt in sein Gehirn lassen würde. Wissenschaft hat nur wenig Chancen gegen ideologische Verblendung.

Kommentare :

  1. Sorry, über Kombilohn bin ich anderer Meinung.

    Kombilohn bedeutet, das ich die Dienstleistungen/Produkte mitkaufe, die irgendein Kombilohnbetrieb anbietet, ohne das ich sie je in Anspruch genommen hätte, wann immer irgendwer sonstwo diese Nachfragt.
    Ich bin bereit, Arbeitslosen das Überleben zu bezahlen, aber nicht auch noch Haushalten, die offenbar so gut gestellt sind, das sie Grundeigentum besitzen, den Gärtner zu bezahlen, das Hausmädchen, etc...

    Damit wird nur ein Subventionstor geöffnet und die Sozialkassen werden plötzlich zum Geldpool wettbewerbsunfähiger Unternehmen, die sich nur noch über Tiefstlöhne am Leben erhalten und damit ansich gesunde Unternehmen verdrängen.

    Kombilohn kann es nur für hochgradig Behinderte geben, falls es noch Firmen gibt, die welche einstellen.

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  2. Auch wenn sich Diskussion mit "Anonym" selten lohnen,weil sie sich nie wieder melden ...

    Es ist also sinnvoller, jemandem Geld dafür zu geben, dass er nicht arbeitet als Geld dafür zu geben, dass er arbeitet (und damit etwas leistet)?!?

    Interessanter Standpunkt, der nur durch eine Haufen ideologischer Verblendung logisch werden kann. Diese Verbeldung besitze ich aber nicht.

    Mal mal eine Grafik:

    Ganz links ist Null Arbeit - 400 Euro Einkommen. Rechts ist Arbeit - 2000 Euro Einkommen. Fällt die nicht auf, dass dazwischen die Gerade kaputt ist? Man kann nicht mit einem Mindestlohn oder einer Erhöhung von Hartz IV das irgendwie geradebiegen: Unten ist ein Loch. Und da fehlen die Arbeitsplätze, die ALLE Länder mit niedriger Arbeitslosenquote habe. ALLE und zwar auch genau dort (da wo wir unser Loch haben).

    Das dann mit "ich sehe nicht ein, reiche damit zu bezuschussen" ist sowas von dumm. Meinst du für wen die Handwerker heute arbeiten? Bei 40 Euro die Stunde? Für die Armen? Aber wahrscheinlich ist das dann irgendwie wieder OK, weil man den Reichen ja auf diese Weise genug Geld aus der Tasche zieht. Aber das ist kranke Gerechtigkeitsdenke, denn alle, die heute für 20 Euro nicht angeboten werden können, sind arbeitslos. Und die bekomme ich nicht zurück in einen Job, wenn ich einen Mindestlohn einführe oder Hartz IV erhöhe.

    Bye egghat

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  3. >Damit wird nur ein Subventionstor geöffnet und die Sozialkassen werden plötzlich zum Geldpool wettbewerbsunfähiger Unternehmen, die sich nur noch über Tiefstlöhne am Leben erhalten und damit ansich gesunde Unternehmen verdrängen.<

    Du bist darauf nicht eingeganen...

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  4. Also eigentlich muss ich nicht auf Postings eingehen, bei denen ich das Gefühl habe, dass die *meinen* Punkt gar nicht verstanden haben ...

    Dein Punkt ist wirtschaftlich Quark. Wenn ein Unternehmen 40 Euro für eine Facharbeiterstunde haben muss (obwohl der Facharbeiter vielleicht nur 20 Euro bekommt), wird der genau so viele Leute einstellen, wie er für 40 Euro die Stunde am Markt verkaufen kann. Sinkt der Lohn auf 10 Euro, kann er die Leute für 20 verkaufen. Und zwar deutlich mehr, ergo gibt es mehr Arbeitsplätze. Das hat mit Subventionierung eines Unternehmens herzlich wenig zu tun. Es wird der LOHN subventioniert.

    Und dort liegt auch das Problem: Das ganze wird für Lohndruck sorgen. Das lässt sich eigentlich kaum verhindern (die Sozis versuchen das immer mit Tausenden von Sonderregelungen zu verhindern, was am Ende bedeutet, dass keiner mehr durchsteigt und keiner mehr den Kombilohn zieht). ABER es sorgt für annähernde Vollbeschäftigung (da bin ich sicher). Und wer immer und immer wieder sagt, dass das nicht zu finanzieren sei: Siehe den ursprünglichen Text des Artikels: Es sind Milliarden da, die man nur anders ausgeben müsste.

    Bye egghat

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  5. Indem ich den Lohn subventioniere, mindere ich doch die Aufwendungen der Firma, also komm ich von einer direkten zu einer indirekten Subventionierung, während mein Staatshausahlt in die Knie geht.
    Alle Wettbewerber sind gezwungen ebenso vorzugehn um im Spiel zu bleiben.
    Wie will ich denn das verhindern?

    Ich versteh nicht, warum etwas, das sich im Ausland bewährt hat, sogar bei den Angelsachsen nicht in Frage steht, ausgerechnet bei uns nicht funktionieren soll?


    Natürlich muß das Geld anders ausgegeben werden, das momentan für sinnlose Maßnahmen verschwendet wird!

    Aber nicht für Lohnsubventionen.
    Hartz ist ja btw. schon eine Lohnsubvention und mittlerweile sind über 7 Millionen Menschen Bezieher, obwohl nur 2,5 Millionen arbeitslos sind, mit steigender Tendenz.
    Der deutsche Städtetag hat ja schon laut um Hilfe geschrien...

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  6. Du ignorierst den entscheidenden Punkt: ES FUNKTIONIERT IM AUSLAND.

    Man kann alles in Theorie machen, man kann lange über alles mögliche dsikutieren, versuchen Effekte, Pro- und Kontra abzuwägen, aber manchmal hilft es einfach mal nur zu schauen, was die anderen machen. Was machen die Holländer? Die Schweizer? Die Skandinavier? Und daraus kann man viel lernen!

    Und zum Punkt Subventionierung der Unternehmen: Wie viele der Leute, die ähnliche Argumente bringen wie du, vergisst du den Wettbewerb. Wenn die Löhne niedriger werde, sinken die Preise. Es wird keine Ausweitung der Margen geben. Daher subventioniert man auch nicht die Firmen, sondern die Arbeitsplätze.

    Und zu allem anderen: Ich habe einen Vorschlag für Kombination von Mindestlohn und Kombilohn gemacht.

    Und wenn du meinst, dass der Mindestlohn im Ausland funktioniert hat, tja, dann musst du, wenn du konsequent bist, auch akzeptieren, das der Kombilohn dort auch funktioniert.

    ICH versuche immer, in meiner Argumentation konsistent zu sein. Deshalb habe ich auch einen konsistenten Vorschlag zur Kombination von Mindestlohn (den ich nicht so verdamme, wie manche neoliberalen Scheuklappenwissenschaftler) UND Kombilohn.

    Wenn man aus ideologischer Sicht mit Subvention von Arbeit nichts anfangen kann (obwohl du selber schon 7,5 Mio. Arbeitskräfte darunter fallen siehst), kann ich nur erwidern: Ich kann nichts mit Subvention von NICHTarbeit anfangen.

    Bye egghat

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  7. Die Subvention von Nichtarbeit dient nur dem Lebensunterhalt auf dem für deutsche Verhältnisse geringsten Niveau.

    Sie sorgt für sozialen Frieden!
    Ein ganz wichtiger Punkt, wenn man schon nicht den Stolz, oder die soziale Ader hat, seine Leute nicht verkommen zu lassen, sollte man es als Investition in ruhige Verhältnisse sehn.

    Das die unteren Löhne inzwischen lächerlich niedrig, kann dieses oben genannte Ziel nicht weniger wichtig machen.

    Wenn wir unseren Leuten nicht die Möglichkeit bieten, einem einträglichen Job auszuüben, weil wir schon in der Ausbildung versagen, die Jobs rationalisiert werden, auswandern, wir einen falschen Geiz an den Tag legen, können wir nicht auch noch denen, die Arbeit haben, subventionierte Konkurrenz vor die Nase setzen und fairen Wettbewerb ad absurbum führen.

    Wir sind nun mal von einem Leistungs- und Qualitätswettbewerb zum reinen Preiswettbewerb umgeschwenkt und müssen damit leben, das es Verlierer gibt, die wir mit durchziehn müssen, oder es wird eben keinen sozialen Frieden mehr geben, aber weiter verschärfen führt doch nicht zur Lösung!

    Das ist nichts ideologisches, sondern einfach nur nachdenkliches.

    Dein Vorschlag ist ja schon ein Hybridvorschlag, was ja zeigt, das Dir die Probleme, die die Ideologen ausblenden, zu Bewußtsein kommen und Du an Lösungen und nicht Ideologien interessiert bist, da sind wir uns gleich.

    Du dürftest die bessere Bildung in dem Fach haben.
    Ich habe mehr den Blickwinkel eines Aussentehenden.

    Ich bin daraus zu der Meinung gelangt, das Komblilohn zur Selbstbedienung einlädt und nicht Beherschbar ist, den Wettbewerb verzerrt und wir eine ganz andere Lösung finden müssen, die garnichts mit Subventionen zu tun hat.

    Die Zukunft wird interessant!

    P.S. Das ist ein chinesischer Fluch oder?

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  8. Aber du zahlst ja nicht 5 Euro, sondern,
    5 Euro Brutto lohn
    + ~ 1 Euro Sozialversicherungsbeitraege
    + ~ 1 Euro MWSt
    = 7 Euro

    und der Arbeiter erhaelt dann
    5 Euro
    - ~ 1 Euro Sozialbeitraege
    = 4 Euro

    Oder rechne ich da jetzt voelligen Mist?

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  9. Nein, die Rechnung ist richtig.

    Aber auch zu 7 Euro wäre noch geügend Nachfrage da.

    Allerdings ist das nicht mein Modell. Es macht ja keinen Sinn, die 5 Euro mit Sozialabgaben zu belasten und sie dann am Ende wieder aufzustocken. Man bekommt ja auch nicht Hartz IV und muss davon in die Rentenkasse einzahlen. Mein Modell (auch wenn es auf dieser Seite nicht komplett steht) enthält die Sozialabgabenfreiheit der 5 Euro/Stunde.

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