Inflation oder warum jetzt die ganze Inflation wieder zählt ...

Ich hatte schonmal hier über die Ungenauigkeiten und Verfälschungen in den US-Inflationszahlen geschrieben (Inflation oder wie man sie schön rechnet).

Ich halte von diesen Zahlen generell relativ wenig, noch weniger von monatlichen Zahlen, die dann auch noch kräftig bereinigt werden müssen, um überhaupt eine Aussagekraft zu erhalten. Wenn überhaupt, nutze ich den Jahresvergleich, der vor allem den Vorteil hat, dass man bestimmte Effekte des Vorjahres vorausahnen kann (z.B. waren die Ölpreise letzten Herbst und Winter deutlich tiefer als heute. Wenn sich am Ölpreis nichts ändert, werden allein aus diesem Basiseffekt 0,4 oder 0,5% Preissteigerung im Jahresvergleich resultieren).

Ich schreibe aber heute aus einem anderen Anlass: Ist schonmal jemandem aufgefallen, dass heute die Zahl in den Schlagzeilen der Consumer Price Index Gesamt ist, also der CPI inklusive Energie und Lebensmittel? Und in den letzten Monaten, aber vor allem letztes Jahr, immer die Kernrate, also der CPI OHNE Energie und Lebensmittelpreise? Komisch nicht?

Die Regel für die Presse scheint ganz einfach: Man nimmt immer die gute Zahl. Aktuell (besser im August) gaben die Energiepreise um 3,2% nach. Das führte in der Gesamtrate zu einer Senkung um 0,1%, die Kernrate wuchs allerdings mit 0,2% (wie in den Monaten zuvor meistens auch). Die Schlagzeile per Mail: CPI drops 0,1%. Letztes Jahr stiegen die Energiepreise so extrem, dass die Kernrate teilweise um 0,7% unter der Gesamtinflation lag (also 0,1% in der Kernrate und 0,8% gesamt). Da wiesen dann alle vorwiegend auf die Kernrate hin.

Irgendwie scheinen mir die Einflüsterer für die Presse erfolgreich zu sein und zu erreichen, dass immer die positive Zahl zuerst genannt wird ...

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