Staatliche Kreditausfallversicherung zur Lösung der Immobilienkrise in den USA?

Als Update zu US-Immobilienkrise - Jetzt springt der Staat ein

Robert von Heusinger hat etwas mehr Details zum Programm von George W. : Herdentrieb: Rettungsversuch. Klappe, die zweite.

Danach bekommen Haushalte, die Hypothenkenzahlungen zu einem niedrigerem Zins noch leisten können, eine Kreditsicherheit vom Staat, die dann zu niedriger verzinsten Hypotheken führen kann. Der Staat verhindert also, dass durch die kommenden Zinsanpassungen eine großer Teil der Hausbesitzer die Zahlungen nicht mehr leisten kann, aus den eigenen Häusern ausziehen muss und diese Häuser dann auf den Markt kommen.

Robert von Heusinger schlägt allerdings noch ein anderes Modell vor: Der Staat könnte den Kredit übernehmen, bzw. einen großen Teil davon. Oder dafür eine Ausfallsversicherung liefern. Nicht für die gesamte Summe, sondern für einen Teil. Also z.B. 80% oder 90%. Im Prinzip so, wie die CDOs aus strukturiert wurden.

(Kleiner Einschub: Die CDOs wurden viele Hypotheken zusammengefasst und dann in unterschiedliche Tranchen geschnitten. Beim Ausfall eines Schuldners wurde dann zuerst die unterste, schlechteste Tranche belastet. War diese aufgebraucht, kam die nächste Tranche dran. Je weiter man nach oben kam, desto geringer wurde das Ausfallrisiko (weil es ja immer zuerst in den schlechteren Tranchen verbucht wurde). Diese Konstruktion sollte dazu dienen, selbst bei überwiegend schlechten Schuldnern noch für einen Teil beste Qualität zu garantieren. Je breiter die unteren Tranchen waren, desto sicherer wurde die oberste Tranche. Nur scheint man sooo schlechte Schuldner genommen zu haben und die unteren Tranchen so schmal geschnitten zu haben, dass man die unteren Tranchen wohl komplett abhaken muss und selbst die oberen Tranchen angefressen werden könnten.)

Würde der Staat für einen Teil der Hypothek geradestehen, hätte das drei Vorteile:

a) Alle wüssten wieder, dass in den meisten Fällen 80% der Hypothek sicher sind. Was ja auch überwiegend so ist, denn die als Sicherheit dienende Immobilie ist ja immer noch etwas wert. Daher dürfte das Risiko für den Staat auch vertretbar sein. Nur traut sich im Moment niemand mehr, das Risiko bzw. die Sicherheiten zu beurteilen. Das hätte man bei der Kreditvergabe machen müssen. Und da haben alle gepennt und keinen hat's interessiert.

b) Es gibt keinen (bzw. wenig) "Moral Hazard". Also dass die Spekulanten das Risiko abgenommen bekommen, das sie selber verursacht haben. Und dass die Spekulanten jahrelang daran gut verdient haben, jetzt die Verluste aber sozialisiert (=auf alle verteilt) werden. Denn für den Schrott (die unteren Tranchen) müssen die Spekulanten allein gerade stehen.

c) Die Immobilien kommen nicht auf den Markt. Der Besitzer bleibt drin wohnen. Die Preise auf dem Immobilienmarkt kommen nicht weiter unter Druck, eine mögliche Abwärtsspirale wird verhindert.

Die Lösung hat was.

Allerdings wird es extrem schwierig, wenn nicht gar unmöglich sein, die optimale Sicherheit zu bestimmen. Jeder dieser CDOs ist ja anders strukturiert. Und jenachdem wie breit die Tranchen geschnitten sind und wie gut oder schlecht die Qualität der Schuldner ist, kann das in einem Fonds wieder zu "Moral Hazard" führen (staatliche Sicherheiten für Hazardeure), im anderen aber nicht ausreichen, um aus Triple A wieder Triple A zu machen ...

Und daran krankt es ja jetzt gerade: Niemand weiss, was in welchem CDO steckt ... Hier sehe ich weiterhin das Problem. Will man das lösen, muss man für alle Kredit 100% garantieren. Aber dann hätte man wieder "Moral Hazard". Schwierig schwierig.

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