Die Ausfallraten der US-Hypotheken von 2000 bis 2007

OK, man weiss es allgemein: Die Leute, die vor dem Platzen der Immobilienblase in den USA noch eine Hypothek bekommen haben, waren nicht mehr in der besten Qualitätsklasse ... Der Name für diese Kredite: Ninja Loans. Nicht wegen Harakiri, sondern wegen No Income, No Job or Assets, also kein Einkommen, kein Job und keine Sicherheiten. Also die Kategorie "Grottenschlecht", aber in den USA kein Grund, den Kredit zu verweigern ...

Wie schlimm die Lage ist, kann man schön an der Grafik im Econ Browser Blog erkennen (s.u.).

Dort kann man die Ausfallraten sehen und schnell erkennen, dass die Hypotheken, die 2007 vergeben wurden, bereits über 6% Ausfallquote haben. Das ist extrem viel und mehr als z.B. Hypotheken aus 2002 in der längeren Zeit an Ausfällen zu verzeichnen haben. Die in 2006 vergebenen Hypotheken sehen nicht besser aus und sind schon zu einem Zehntel ausgefallen; mehr als die Hypotheken aus 2000, die 6 Jahre mehr Zeit hatten, um auszufallen. Und in den Jahren gab es immerhin das Platzen der Internetblase und eine handfeste Rezession.

Es ist halt so: Je höher die Immobilie beliehen wird, desto höher wird das Risiko (2000: 79%, 2006: 87%). Je niedriger das Jahreseinkommen in Bezug auf die Hypothekenhöhe ist, desto höher die Ausfallquote. Binsenweisheiten, aber immer noch wahr.

Jetzt muss man noch den hohen Anteil von Hypotheken mit variablen Zinsen berücksichtigen, die noch zum großen Teil vor der Zinserhöhung stehen. Das wird die Ausfallquoten nochmal nach oben treiben. Und zwar vor allem bei den jüngeren Hypotheken, denn diese Hypothekenform war 2000 noch sehr exotisch, wurde aber 2005 und später verblüffend gängig.

Interessant auch die Grafik am Ende, in der man erkennen kann, wer die Hypotheken begeben hat. In etwa verdoppelt haben sich in den letzten drei Jahren die Ausleihungen über Asset Backed Securities. Und diese sind ein Hauptproblem der Subprime-Krise: Dass derjenige, der die Risiken nicht langfristig in der Bilanz behält, kein besonders hohes Interesse an einer strengen Risikoprüfung hat, ist logisch. Solange er die Risiken bündeln und am Kapitalmarkt platzieren kann, ist für ihn alles in Ordnung. Dass die Risiken damit nicht verschwunden sind, merken die Banken gerade. Während das die IKB und die SachsenLB um die Unabhängigkeit gebracht hat (bzw. bringen wird), versuchen die großen Banken in den USA gerade die Risiken in einen Mega-Conduit auszulagern oder besser gesagt zu verstecken ...

Econbrowser: Deteriorating lending standards

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