Die Märkte erwarten schon wieder eine US-Leitzinssenkung?

Wuh.

Man tut einfach so als gebe es keine Inflation (sind ja auch nur die Öl- und Lebensmittelpreise, die steigen, also unwichtiges Zeug).


Lehman Bros. now expects the Federal Reserve to cut its overnight lending rate by a full percentage to 3.75% by the middle of 2008, including a rate cut next week.


Home sales crater on credit squeeze

Ich bin ehrlich überrascht, wie schnell die Märkte ihre Meinung ändern. Vor zwei, drei Wochen meinten noch einige Beobachter, dass die FED die Zinsen nur so schnell gesenkt hat, weil die Zahlen vom Arbeitsmarkt so schwach waren. Nachdem die Zahlen im Folgemonat massiv nach oben korrigiert wurden, hielten einige die Senkung schon für einen Fehler (FED senkte Zinsen auf Basis falscher Zahlen).

Nun kommen schwache Zahlen vom Immobilienmarkt (völlig unüberraschend IMHO) und jetzt wird schon wieder alles in schwarz gemalt.

Tschuldigung, aber wie wär's mal mit etwas langfristigerer Betrachtung? Ich weise hier so häufig auf die Zahlen im Jahresvergleich hin. Weil die eben nicht so stark schwanken. Und viele Prozesse sind so langfristig, dass man auf die monatlichen Zahlen nicht viel Wert legen sollte.

Ein schönes Beispiel kam (erneut) heute. Die Anzahl der verkauften neuen Häuser ist um 4,4% auf 770.000 annualisiert gestiegen. Diese monatliche Zahl hat aber eine Fehlerrate von +/- 10,3%. Ohne wirklich zu überraschen, könnte die Zahl also auch fast 6% gesunken sein. Diese Zahl hat also nur eine wirkliche Aussage, wenn sich kleiner als - 10,3% oder größer als +10,3% ist. Und das ist sie fast nie also ist die Zahl nie wirklich relevant.

Und damit sich mein Artikel auch richtig lohnt, liefert die Korrektur der Vormonatszahlen auch direkt den Beweis: Diese wurden nämlich deutlich nach unten korrigiert. Und zwar so deutlich, dass der jetzt gemeldete Anstieg ohne die Korrektur gar keiner gewesen wäre. Fast könnte man meinen, dass man die erste schlagzeilenträchtige Zahl immer zu positiv meldet und diese dann im Folgemonat (mehr oder weniger heimlich) nach unten korrigiert. Und die Zahl des aktuellen Monats vergleicht man dann mit der nach unten korrigierten Zahl des Vormonats und Bingo hat man selbst in einem klaren Abwärtstrend positive Zahlen gemeldet.

Deshalb: Auf die Jahreszahl schauen. Diese ist stabiler und hat "nur" eine Fehlerrate von 8%.

Leider zeichnet diese Zahl das selbe desaströse Bild wie die Zahlen von gestern: Im Jahresvergleich gingen die Verkäufe um über 23% zurück.

No, New Homes Sales DID NOT Rise . . .

Update (28.10.07):

Fed likely to cut rates despite stellar growth

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