SIVs haben im Schnitt einen Hebel von 14(!)

Puh, wollte eigentlich was anderes schreiben, aber das vertage ich angesichts der fortgeschrittenen Stunde mal.

Aber eine Zahl bringt mich dann doch noch dazu, einen kleinen Artikel zu schreiben. Fitch Ratings schreibt in einer Studie, dass der durchschnittliche Hebel bei den Hedgefonds, die in ABS, CDOs und den ganzen anderen Rest der Buchstabensuppe investiert haben, 14 beträgt. 14 ist ziemlich heftig, denn auf jeden Dollar, den ein Anleger eingezahlt hat, kommen 14 per Kredit oben drauf. Und mit den 15 Dollar geht man dann Buchstabensuppe kaufen ;-)

Sinkt nun der Wert der Assets um ein mickriges Prozentchen, sinkt der innere Wert des Fonds um 15%. Sinkt der Wert um 5%, haben wir bereits einen Verlust von 70%, ein Verlust, den die meisten Hedgefonds nicht erleben, weil die per Vertrag bei 50% Verlust aufgelöst werden.

Wenn Fitch nun sagt, dass der überwiegende Teil der Assets noch 97 oder 98% des Nennwerts wert sei, hört sich das gut an. Die Verluste sind ja begrenzt; was sind schon drei Prozent Minus? Aber beim Hebel von 14 sind das halt schnell 30 bis 40% Minus und das ist bedrohlich nahe an der Schwelle, an der sich der Fonds dann zwangsauflöst. Und dann muss der alles verkaufen, trifft auf einen Markt, auf dem keiner kaufen will, die Preise gehen in den Keller, der nächste Fonds reisst die 50% Grenze, muss verkaufen, etc. pp.

Ich glaube es wird klar, warum die Banken *alles* tun, um das zu verhindern und lieber die Werte abschreiben, die Fonds stützen, ... Bloß nicht verkaufen und die Kettenreaktion auslösen.

Quelle: Rating Performance of SIVs in Times of Diminishing Liquidity for Assets and Liabilities (PDF!) (übrigens ein interessantes Papier, aber keine einfache Lektüre)

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