US-Wirtschaftszahlen-Wochenendüberblick

Gestern gab es die Durable Goods Orders, die den vierten Monat in Folge fielen. Da die Zahl aber sehr volatil ist, ist die Aussagekraft nicht sehr hoch. Wenn man die Großaufträge rausrechnet, war die Zahl im Plus. Allein das zeigt schon, wie viel man in die Zahl reininterpretieren kann. Man kann sie aber auch einfach nicht zu wichtig nehmen.

Wichtiger finde ich die Disposable Incomes und Spending. Das sind die Einkommen der privaten Haushalte, die für Ausgaben zur Verfügung stehen. Diese waren mit +0,2% (Einkommen) und 0,1% (Ausgaben), jeweils inflationsbereinigt, ziemlich schwach. Wird der Verbraucher jetzt zurückhaltend, weil die Nachrichten vom Immobilien- und Arbeitsmarkt zu schlecht sind? Das Vertrauen ist schon länger schwach und deutet eine kommende Abschwächung an. Diese Zahl wird man beobachten müssen, denn die Verbraucher sind in den USA für 72% der Wirtschaftsleistung verantwortlich und der wichtigste Teil des Jahres, das Weihnachtsgeschäft, steht vor der Türe.

Die Erstanträge für die Arbeitslosenunterstützung sind leicht gesunken. Es gilt aber dasselbe wie oben. Diese wöchentliche Zahl ist ziemlich unspannend. Zwischen den offiziellen Zahlen können diese eine leichte Indikation liefern, mehr aber nicht.

Die (monatlichen) Zahlen von ADP, einer Lohnabrechnungsfirma ähnlich der DATEV, zeigten ein überraschend hohes Plus an (+85.000 statt wie erwartet +55.000). Daher könnten die offiziellen Arbeitsmarktzahlen, die gleich kommen, besser als erwartet werden.

Der Erwartung liegt bei plus 93.000. Ich liefere die Zahl gleich nach.

Update:

Hier sind sie auch schon: +166.000 (nicht ganz unerwartet) ziemlich deutlich über dem Konsens. Die Zahlen für September wurden um 10.000 nach unten korrigiert, aber auch nach Verrechnung bleibt es über Konsens. Allerdings unter dem Schnitt, den die Wirtschaft braucht, um die Arbeitslosenquote konstant zu halten. Diese liegt übrigens weiterhin bei 4,7%, erwartet wurden 4,8%.

Update 2:

Habe die Zahl oben korrigiert, die 130.000 waren falsch.

Interessant ist übrigens, dass die Zahlen ziemlich widersprüchlich sind. Es wird einmal die Zahl der Lohnabrechnungen in einer Auswahl von Firmen (400.000) berechnet und zweitens quasi zur Kontrolle eine Umfrage in den Haushalten (60.000) gemacht. Diese Umfrage bei den Haushalten zeigte einen Rückgang von 250.000(!) an. Das komplett Gegenteil also!

Puh, manchmal frage ich mich, warum ich auf diese Zahlen überhaupt kucke ...

1 Kommentar :

  1. Hab spontan gedacht, das die jetzt die Illegalen miteinrechnen, aber vielleicht ist es auch Blackwater im Irak was für Privatwirtschaftliche-Servicekräfte himzuaddiert wurde?

    Der Gucker guckt so ganz verdutzt, wie man dort wohl Statistik nutzt,
    die zeigt was Wunsch zu zeigen war, die USA kommen immer klar, in jeder noch so grossen Klemme, es hilft sogleich die Dollarschwemme, und hilft sie einmal nimmer mehr,
    dann die Statistik bitte sehr!

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