Warum senkt die FED eigentlich weiter die Zinsen? Bei 3,9% Wachtsum?

Die Finanzmärkte seien so schwach jammern alle an der Wallstreet! WTF?

Der Dow war im absoluten Allzeithoch bei knapp 14.200. Jetzt sind wir (nach 2,5% Minus heute) bei knapp 13.600. Das sind keine 4% Minus! Und von diesen gehen gut zwei Drittel auf das Kursminus *nach* der Zinssenkung zurück.

Was will die Wallstreet von der FED? Permanent 5% Plus pro Monat? Ohne Nachdenken, ohne Risiko und bitte mit Geld-Zurück-Garantie? Man muss scheinbar nur laut genug jammern und schon senkt die FED die Zinsen.

Das einzige aktuelle Desaster ist es, dass die Welt mit Dollars geflutet. Und die Quittung dafür bekommt der Dollar gerade. Das könnte sich noch böser rächen als es die Wallstreet gerade meint. In ihrer egozentrischen Sicht ignoriert sie die Auslandsanleger oft. Dabei ist die USA genau von diesen abhängig. Irgendjemand muss das Bilanzdefizit finanzieren. Und das Haushaltsdefizit.

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem sich die Ausländer fragen werden, wieso man zu 4,5% sein Geld in einem Land anlegt, das nach durch die dauernden Währungsverluste seit 5 Jahren negative Renditen bietet. Und dann wird sich die Hochfinanz an der Wallstreet noch wundern, dass es in der Geschichte selten Phasen gab, in denen die Musik des Weltfinanzsystems in einem Land spielte, das über eine ausgesprochen weiche Währung verfügt.

Wie sich der schwache Dollar z.B. auch auf Aktieninvestments auswirkt, merke ich an meinem eigenen Depot (BB Biotech). Der Chart des S&P 500, den man immer sieht, wirkt toll. Aber leider nur in Dollar. In Euro ist die ganze Erholung seit dem Ende des Crashs äußerst mager. In Euro gerechnet ist der S&P keine 20% im Plus. Von den Kursgewinnen kamen weniger als ein Drittel im Euroraum an; die anderen zwei Drittel hat der Dollarcrash aufgefressen:



Ich bin schon länger skeptisch, was den Dollar angeht. Bis auf Investitionen in Biotech und Hightech habe ich die USA gemieden, in diesen beiden Branchen gibt es aber keine Konkurrenz. Daneben kann man noch in exportstarke Standardwerte gehen (Coca Cola, Mc Donalds, etc.), die der schwache Dollar durch den hohen Exportanteil nicht stört. Übrigens gilt eine ähnliche Überlegung auch für Rohstoffwerte, die der fallende Dollar auch nicht juckt, denn die Rohstoffnotierungen sind eine natürliche Absicherung gegen den fallenden Dollar. Fällt der Dollar, steigen die Rohstoffpreise (in Dollar). Dass der Goldpreis bei knapp 800 Dollar steht, liegt eben auch an diesem Effekt. Der Goldpreisanstieg in Euro ist um einiges geringer.

Ich bin wirklich erstaunt, dass die Welt das so lange mitmacht. Jedes andere Land der Welt hätte sich bei einer derart unseriösen Finanzpolitik schon zerlegt. Und jedes andere Land müsste sich von den USA Vorwürfe wegen Währungsdumping anhören. Aber wie sagte meine Mutter schon immer: Wenn Zwei das Gleiche tun, ist's noch lange nicht das Selbe.

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