Toller Artikel über Denkblockaden und die Unmöglichkeit zu Diskutieren

Ich habe ja schon einige Male drauf hingewiesen, dass ich diesem Blog (nicht nur, aber auch) Kontrapunkte zu etabliertem Wissen und den bekannten Nachrichten setzen möchte.

Bei Telepolis habe ich einen Artikel gefunden, der sich noch grundsätzlicher mit dem Thema auseinandersetzt. Warum ist das, was ich manchmal abschätzig Mainstreampresse nennen, so wie es ist? Warum habe ich so oft das Gefühl, dass Nachrichten ignoriert werden? Warum habe ich nicht selten das Gefühl, dass man am Grundsätzlichen vorbei diskutiert?

Dazu findet sich im Telepolis Artikel ein bemerkenswerter Abschnitt:

Das zeigt: Der weiterreichende Fehler im Denken liegt früher. Der Psychologe Edward De Bono führt ihn in seinem Buch Six Thinking Hats auf die philosophische "Dreierbande" Platon, Sokrates und Aristoteles zurück: "Die westliche Denktradition beschäftigt sich mit dem Status quo", nimmt also einmal eingeführte argumentative Rahmen als gegeben hin und erstarrt dann typischerweise in Konfrontation. Im Gegensatz dazu sucht Di Bono nach Wegen zu einem konstruktiven Ergebnis, das eine Lösung für tatsächliche Probleme darstellt. Kurz gesagt: Auf ein Stichwort hin nur noch das Für und Wider zu "diskutieren", führt häufig genug an Problem und Lösung vorbei.


Oh, wie wahr! möchte ich schreien. Jetzt weiss ich endlich, warum die Phrasendresch-Sendungen à la Christiansen nicht aushalten konnte. Es kennt nicht darum, ein Problem zu lösen, es geht um Konfrontation. Schlimmer eigentlich: Es geht nicht einmal darum, erst das Problem zu finden, zu definieren und damit dann eine Basis zu haben, über die man diskutieren könnte.

Zu kurz gedacht: Schäuble und seine Kritiker

Im Artikel geht es übrigens um die Überwachungsmaßnahmen von Schäuble, über die auch nicht vernünftig diskutiert wird. Das scheint inzwischen völlig faktenfrei betrachtet zu werden. Da wird von "Grenzen überschreiten", von "asymmetrischer Bedrohung" und ähnlichem gesprochen, ohne das irgendjemand das mal definiert. Fragen wie "Wie viele Terroranschläge mit islamistischem Hintergrund gab es 2006 im Einflussbereich von Europol?" (Antwort hier: The Islamic Threat to Europe: By the Numbers) stellt überhaupt niemand mehr. Wir brauchen einen Fingerabdruck im Reisepass. Klar, gegen die Terroristen. Dass es von 2001 bis 2006 nur knapp 10 Fälle von gefälschten Reisepässen in Deutschland gab und keiner der Attentäter vom 11. September illegal in den USA war: Wen interessiert's, wenn niemand danach fragt?

Den Artikel kann ich jedem ans Herz legen!

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