Rezession: Nicht immer schlecht für Aktien, aber auch nicht gut

Ich hatte zu diesem Thema schonmal was geschrieben (Rezession und Leitzinssenkung - Gut für Aktien!), allerdings wird das jetzt teilweise schon wieder ausschließlich positiv dargestellt.

Man zeigt, dass in einer Rezession die Aktien nicht zwangsläufig sinken und begründet damit den Kauf von Aktien.

WAS FÜR EIN QUATSCH!

Warum das falsch ist?

a) Eine Rezession ist nicht gut für Aktien. Untersucht man die vergangenen Rezessionen, stellt man fest, dass die Verluste genauso *vor* wie auch *in* der Rezession entstehen können. Dass die Phase des Wirtschafsabschwungs mit dem Enden in der Rezession eine gute Zeit für Aktien ist, stimmt schlichtweg nicht.

b) Das Risiko für Aktien ist in einer Rezession höher als im Wirtschaftsaufschwung, immerhin sinken in etwa 50% der Fälle die Kurse, gegenüber 20% sonst. Ich bekomme also höheres Risiko *und* niedrigere Renditen im Paket. Ein schlechtes Geschäft!
Wenn man berücksichtigt, dass die Basis für den Wirtschaftsaufschwung die Zinssenkungen sind, fällt es nicht schwer in dieser Phase Anleihen zu empfehlen. Zur sicheren Rendite kommt oft noch ein Kursgewinn durch die Zinssenkungen hinzu. Und Risiko/Rendite-Abwägungen ist ein Wirtschaftsabschwung bzw. eine Rezession eine gute Phase für Anleihen.

Eine gute Zeit für Aktien ist die Zeit nach einer Rezession. Dann geht es getrieben von niedrigen Zinsen, steigenden Gewinnen und besserer Stimmung fast immer nach oben.

Big Picture: Equities, Earnings and Recessions

Kommentare :

  1. Natürlich ist das Quatsch. Wer auf so einen Mist rein fällt, der muss schon ganz schön naiv sein.

    Hier mal ein Chart zur Gewinneinschätzung im Euroland und USA. Zurückgehende Gewinnschätzungen = Kursabschläge

    http://blog.markt-daten.de/2008/01/11/gewinnschatzungen-rucklaufig/

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  2. Aktien steigen nur dann, wenn Rezessionsängste dazu führen, daß die Notenbanken die Zinsen senken. Entscheidend ist hierbei allerdings das Zutrauen zur Notenbank, daß Problem in den Griff zu bekommen ohne in die Rezession abzugleiten. Ist man in der Rezession, dann fallen die Gewinnaussichten der Unternehmen und deren Kurse noch schneller.

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  3. Alles ein Timing-Problem. Hatte ich auch schonmal geschrieben. Senkt die Notenbank früh genug, kann es gut gehen. Senkt sie zu spät, geht es nicht gut. Wenn man sich die Anzahl von Rezessionen und Zinserhöhungszyklen anschaut, geht es fat immer schief ...

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