Wird sich die Fed durch die Inflation aufhalten lassen?

Trotz 4,1% Steigerung der Verbraucherpreise wird die Fed die Zinsen senken. Ich halte zwar die Inflation für ein Thema, sehe allerdings auch, dass die meisten das nicht so sehen. Denn die Inflation zerstört Ersparnisse, die Inflation zerstört die Renten, aber das ist ein so langfristiger Effekt, dass es weder die Fed noch unsere in Vier-Jahres-Zyklen denkenden Politiker auch nur ansatzweise stört ...

Econbrowser untersucht die Inflation etwas genauer, besser gesagt die Inflationserwartungen, weil die Fed diese genauso beachtet wie die wirkliche Inflation. Und diese bleiben niedrig. Das kann man sehr schön ablesen, wenn man den Zins einer inflationsgesicherten Anleihe mit dem Zins einer normalen Anleihe vergleicht. Dieser Unterschied ist ziemlich stabil und zeigt keine aufkeimende Inflationsangst an.

Um meine Position nochmal klar zu machen: Inflation ist ein Problem, quasi immer. Daher sollte niemand mit 6, 8 oder 10% Rendite seine Altersvorsorge kalkulieren. Das sind Zahlen, die man nach Inflation eigentlich nicht schaffen kann. Mancher wird sich noch wundern, wenn er in 30 Jahren in Rente geht und merkt, dass die 1500 Euro Rente nur noch die Hälfte wert ist. Und dann, wenn er noch 20 Jahre weiterlebt, nur noch ein Drittel des heutigen Stands.

Kurzfristig erwarte ich kein großes Problem durch die Inflation, weil ich nicht von einer Entkopplung der Weltwirtschaft von den USA ausgehe. Die USA wird in die Rezession gehen (wenn sie nicht sogar schon drin steckt) und der Rest der Welt wird *deutlich* abkühlen. Das Wachstum in Europa wird im zweiten Halbjahr mindestens einen Prozentpunkt unter 2007 liegen. Klar wird es in China oder Indien nicht zu einer echten Rezession kommen (dazu steigt die Bevölkerungszahl zu kräftig, vor allem in Indien), aber eine Abkühlung wird ausreichen, um die Rohstoffpreise deutlich nach unten zu treiben. Und damit wird ein Hauptverursacher für die Inflation ausfallen.

Mittelfristig wird die Inflation aber wieder ein Thema werden, weil die jetzt gedruckten Banknoten irgendwo "enden" müssen. Und das heißt normalerweise immer Inflation. Auf welchen Umwegen auch immer.

Will inflation fears restrain the Fed?

Kommentare :

  1. Kurz etwas zur Schlussfolgerung:

    "Mittelfristig wird die Inflation aber wieder ein Thema werden, weil die jetzt gedruckten Banknoten irgendwo "enden" müssen. Und das heißt normalerweise immer Inflation. Auf welchen Umwegen auch immer."

    Die Frage ist, wer bei den jetzigen Aussichten zu Verschuldung neigt und Kredite aufnimmt.

    - Das Subprimesegment eher nicht:
    Es gibt wohl nahezu keine Banken mehr, die das noch bedienen- und wenn, werden sie jeden verliehenen Dime gleich zweimal überprüfen.

    - Der Mittelstand, sobald word on the street ist, dass die USA in eine Rezession stürzen könnte, auch nicht. Wer kauft schon auf Pump, wenn er nicht weiß, ob er morgen noch für die gleiche Firma arbeitet?

    - Die Oberschicht, die positive Sparquoten aufweist und genügend finanzielle Mittel hat, um sich den Konsum aus der Portokasse zu finanzieren..?

    Dass Kredite günstig sind, heißt nicht zwingend, dass sie auch nachgefragt werden. Wir leben in unsicheren Zeiten ;-)

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  2. Also das Geld landet irgendwann in der Wirtschaft und damit in Inflation. Wenn wir Glück haben, in Assetpreisen (z.b. Aktien), wenn wir Pech haben in ganz schlichter Inflation.

    Der einzige Grund, dass das nicht so komme könnte, ist einfach: Die Notenbank müsste genau zum richtigen Zeitpunkt aufhören Geld zu drucken. Da die aber genauso wenig den Anfang der Krise vorhergesagt hat, wird sie genau wenig das Ende richtig vorhersagen. Und fleissig weiterdrucken, bis irgendwann 10000%ig sicher ist, dass genug Geld da ist und die Wirtschaft wieder wächst.

    Aktuell druckt die Notenbank zwar wie bescheuert, aber das Geld wird noch schneller vernichtet. Irgendwann ändert sich das dann aber ... Die Notenbank druckt weiter, das Geld wird aber nicht mehr vernichtet ...

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  3. Es gibt eine Patentlösung für all unsere Probleme - den vererbbaren Kredit auf unkündbarer Basis!

    Dieser wird einfach an die jeweiligen Nachfolgegenerationen vererbt und zwar kann der Basiskredit mit jedem Erben, sprich Kind, multipliziert werden, weil entsprechend viele Ratenzahler vorhanden sind.

    Der Ausfall einer Generation an Ratenzahlern ist irrelevant, da die nächste Generation bürgt und die Verzugszinsen den Gewinn nur steigern.

    Jede Nachfolgegeneration kann ihren ererbten Kredit mit jedem Kind multiplizieren und das Kreditwachstum ist unbegrenzt, da es immer Kinder geben wird.

    Grade die Drittweltländer sind besonders Kinderreich, haben also ein entsprechend hohes Kreditaufnahmepotential mit entsprechend bislang unbefriedigter Konsumneigung und das resultierende Wirtschaftswachstum wird ungeheurlich sein.

    Es ist natürlich so, das der Basiskredit zuerst festgelegt werden muß und dann automatisch an jeden Bürger überwiesen wird, das wird gesetzlich festgelegt, auch die Verpflichtung des Kreditnehmers, den ehrlichen Willen zu zeigen, eine Zinszahlung leisten zu wollen.

    Wohlstand und ewiger Friede werden die Folge sein.

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  4. hi, egghat!

    Ich hab' mal 'ne Frage zu Deinen Statement vom 20.01.:

    war das nur ein Spruch oder wieso gehst Du davon aus, dass derzeit schneller "Geld vernichtet" wird als gedruckt?

    Eine Wertberichtigung/Forderungsabschreibung ist doch nicht gleichbedeutend mit einer Aufhebung/einem Forderungsverzicht. Das Kreditgeld müsste daher eigentlich noch "vorhanden" sein... oder nicht?

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  5. Doch!

    Wenn das Geld weg ist, ist es weg. Klar, es könnte wieder zugeschreiben werden, aber aktuell sieht es nicht so aus als würde das noch passieren.

    Die CDOs sind teilweise wertlos. Und damit ist das Geld weg.

    Die Immobilien sind weniger wert als vor 2 Jahren. Das Vermögen ist weg (klar, es kommt über die nächsten 5 Jahre oder so wieder zurück, aber jetzt und heute ist es weg).

    Wenn's dich interessiert:

    M Prime vs. M3

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  6. hi, egghat!

    ich hoffe, du hast nachsicht mit mir, ich lese zwar bei mish regelmäßig, bin aber kein volkswirt. es soll auchr kein privatunterricht bei dir werden, aber ich stelle meine frage nochmal anders:

    geld wurde gedruckt, durch banken multipliziert, als kredite ausgereicht. kreditnehmer haben handwerker bezahlt, die haben wiederum ihre kosten davon bestritten usw. usw.

    dieses "geld" müsste doch noch im (kranken)system drin sein, daran ändert doch eine wertberichtigung zunächst mal nichts... oder doch?

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  7. Normal stimmt das was du schreibst. Und wenn ein Haus gebaut wurde, ist der Wert ja auch da. Wenn die Hypothek aber wertlos ist, fehlt da trotzdem Geld. Denn die Bank muss die Hypothek ja abschreiben.

    Das heisst, es ist durchaus Wirtschaftleistung entstanden (BIP), es ist auch ein Wert entstanden, aber es ist trotzdem die Geldmenge geringer geworden, weil die Hypothek ja wegfällt.

    Eine sinkende Geldmenge ist selten und führt eigentlich immer zu Verwerfungen an den Finanzmärkten. Und das sehen wir gerade ...

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