Ein Imperium im Fall - Teil 2

Lange Zeit nicht mehr einen so bösen Artikel über die USA in der Mainstreampresse gelesen. Obwohl ... eigentlich ist der eher gegen die Anleger gerichtet, die den USA noch weiter Geld geben ...

Es finden sich ein paar schöne Zahlen darin:

Wenn man den MSCI USA in Euro umrechnet und um die europäische Inflation bereinigt, liegt der Index auf dem Stand von 1997. Autsch.

Auch die vielen statistischen "Optimierungen", die die USA so machen, werden thematisiert. So sollen die Automobilpreise in den USA seit 1996 um 6% *gefallen* sein, während sie in Europa um 14% gestiegen sind. Ein paar "hedonistische" Anpassungen (der Preis steigt um 2%, aber das Auto wird 3% besser, wie auch immer man das misst) und schon sinken die Preise. Mir ist etwas schleierhaft, wieso manche solchen Schwachsinn auch in Europa wollen.

Die kalkulatorischen Mieten habe ich hier auch mal erwähnt. Dabei wird irgendwie versucht, die Immobilienpreise in Mieten umzurechnen. Wenn die Hauspreise um 150% steigen, aber die daraus berechnete kalkulatorische Miete nur um 46%, fragt man sich aber schon, inwieweit das die Realität abbildet.

Auch dass die Bewertungen an den Börsen niedrig sind, wie immer und immer wieder betont wird, glaube ich nicht. Zwar sind die KGVs relativ niedrig (besonders wenn man das KGV mit der Zins ins Verhältnis setzt), allerdings sind das Kurs-Buchwert- oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis im historischen Vergleich eher hoch bzw. die Dividendenrendite eher niedrig. Man muss sich nur die Mühe machen, etwas länger in die Geschichte zu schauen. Die beiden letzten Links weiter unten enthalten die Dividendenrendite seit 1925 und das KGV seit 1900. Man sieht schnell, dass die Bewertungen bei einem Rückblick über ein Jahrzehnt OK sind, bei einem Vergleich mit den 80er oder gar den 70er-Jahren eben nicht billig sind. "Historische Kaufgelegenheiten" (einen Begriff, den tatsächlich jemand benutzt hat) kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Auch darüber, dass die Bilanzqualität und damit die Bonität der Firmen immer schlechter wird, habe ich hier schonmal geschrieben. Wer heute Aktien mit einem KGV von 15 kauft, kauft eine Firma, die in 15 Jahren ihren Aktienkurs verdient (wenn der Gewinn stabil bleibt). Wer vor 25 Jahren Aktien gekauft hat, hatte den Kaufpreis der Aktie über die Substanz oft direkt schon wieder drin. Die profitable Firma gab es oft kostenlos dazu. *So* sehen historische Kaufgelegenheiten aus.

FTD: Die Werbetricks einer Weichwährung

Bespoke Investment: Historical Dividend Yield of the S&P 500: 1925-Present

Bespoke Investment: Historical P/E Ratio of the S&P 500: 1900-Present

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