Carlyle Capital: RIP - 10 Tage nach der letzten positiven Meldung

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Es deutete sich an: Carlyle Capital hat sich (final) verhebelt. Die Gespräche mit den Gläubigern waren erfolglos. Die Gläubiger werden jetzt die Kontrolle übernehmen und den Fonds wohl abwickeln. Den Märkten drohen somit unter Umständen weitere Zwangsverkäufe,

Marketwatch: Carlyle Capital nears collapse after talks fail

Der Chart ist hart: Am 6. März (also vor einer Woche) war der Kurs noch knapp 12 Euro, gestern 83 Cent. Und das könnte gut der letzte Kurs ever gewesen sein.

Bin gespannt, wieviel Schaden das bei der Mutter Carlyle Group hinterlässt. Die Beteiligung betrug nur 15%, aber man weiss ja aktuell nie, was neben den offiziellen Geschäften weniger transparent über Kredite, Bürgschaften und Versicherungen gelaufen ist.

Jetzt aber zum Clou der Geschichte: Die Nachricht vom 3.3.2008:

Marketwatch: Carlyle Capital Corp. aims to do better after tough 2007
"Carlyle Capital Corp. Ltd. (CCC.AE), a listed investment company managed by a unit of private equity firm the Carlyle Group, said it "can and will do better" after losing 30% of net asset value between its July listing and Dec. 31."
Ich würde mal sagen, die Prognose ist übel daneben gegangen. Dass ein Firma 10 Tage nach der Prognose, dass man es besser kann und auch besser machen wird, Pleite ist, naja, das ist schon was für's Geschichtsbuch (oder vielleicht sogar für's Guinness Buch der Weltrekorde).

Die Zeit vom Börsengang im letzten Sommer (zu 18 Euro) bis zur Pleite heute, reicht für das Guinness Buch nicht ganz, aber einen guten Platz im Geschichtsbuch sollte das schon schaffen ...

Interessante Zeiten ...

Update:

Sorry vergessen: Der Fonds ist keine Klitsche. Es geht um fast 22 Milliarden Dollar, die zum Zwangsverkauf bereitstehen. Und noch eine Zahl: Der Fonds hat mit einem Hebel von 32(!) gearbeitet, also weniger als 700 Millionen Eigenkapital gehabt. Wahnsinn!

Kommentare :

  1. Das war keine Prognose, sondern eine eiskalte Lüge, um zu retten, was noch zu retten ist. Wenn es um Geld geht, hast Du keine Freunde. Besonders nicht, wenn es um Dein Geld geht.

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  2. Und wer sitzt am anderen Ende des Hebels?

    Die Börsenzeitung hat heute (leider nur in der gedruckten Ausgabe) eine schöne Übersicht: "Banken-Exposure bei CCC"
    Platz 1 die Citigroup mit 4,72Mrd USD, Deutsche Bank schafft es noch auf Platz 5 mit 1,74Mrd USD.

    (Jaja, natürlich werden die Sicherheiten jetzt verwertet - oder sollen wir sagen: es wrid versucht zu verwerten).

    Ob da schon überhaupt irgend etwas von abgeschrieben wurde?

    Ein Glück, daß der Dollar gerade abstürzt, da tut der Verlust nicht so weh ;-)

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  3. Ich glaube aber nicht, dass die Triple C das wirkliche Problem sind, sondern die Papiere, die jetzt noch AA oder AAA sind, aber eigentlich schon CCC sein müssten.

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  4. Upps, Mißverständnis.
    Mit CCC war hier das Firmenkürzel gemeint, nicht das Rating.

    Die Übersicht gab wieder, welche Banken der Carlyle Capital Corp. Kredit gegeben haben.

    Das meinte ich mit der anderen Seite des Hebels: Irgendwer muß den Kredit ja erstmal vergeben, damit man zu so einem Hebel auf das Eigenkapital kommt.

    Online gibt's folgenden Artikel (aber eben leider nicht die Exposure-Übersicht):

    http://www.boersenzeitung.de/online/redaktion/aktuell/bz052049.htm

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  5. Oh, falsch verstanden.

    Die Liste hatte übrigens auch The Big Picture, allerdings sind die Zahlen wohl alt ...

    -Citibank (C) $4.7B
    -Lehman (LEH) $3B
    -BoA (BAC) $2B
    -UBS $1.8B
    -Bear Stearns (BSC) $1.7B
    -ING $1.5B
    -JPMorgan (JPM) $1.4B
    -Calyon $1.3B
    -Merrill Lynch (MER) $760m
    -BN Paribas $600m
    -Credit Suisse $500m

    What are Broker's Exposure to Carlyle Capital ?

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  6. manueller Trackback

    P.S. ich lese deinen Blog schon seit langer Zeit. Richte doch mal eine "About-Seite" oder etwas ähnliches ein. Bist du ein Daytrader, Banker oder einfach nur ein Newsjunkie? :-)

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  7. Börsen- und VWL-Junkie, der mit der allgemeinen Berichterstattung in den Medien ziemlich unzufrieden ist ...

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