Die Schockwellen breiten sich aus ...

Das Finanzsystem wird immer so platt mit Dominosteinchen verglichen, aber leider ist das die beste Analogie. Wenn dort einer Pleite macht, fehlen bei einem Haufen anderer Firmen auf einmal (jeweils) ein paar Milliarden in den Bilanzen. Und dann fällt das nächste Steinchen ....

Besonders extrem ist die Situation bei den Firmen, die die spekulativen Geschäfte abwickeln. Denn wenn diese eine Position kaufen und dann an jemanden verkaufen, der das aber auf einmal nicht mehr bezahlen kann, stecken die schnell in der Klemme. Das tägliche Volumen der abgewickelten Geschäfte ist um ein Vielfaches höher als das Kapital der Firmen.

Einen Teil dieser Firmen hat die Wall Street gestern ins Visier genommen:

MF Global ist ein solcher Abwickler, der sich auf Commodities (Rohstoffe) spezialisiert hat. MF Global ist die alte Man Financial, ein Spin Off des großen Hedgefondsmanagers Man Group. MF Global betont in einer Stellungnahme, dass man über ausreichende Kreditlinien verfüge, über die noch weitere 1,4 Milliarden Dollar verfügbar seien. Die Börse ist trotzdem sehr kritisch und jagte den Aktienkurs um fast 2/3 nach unten. Man wird sehen, in wie weit sich der Kurs heute nach der Stellungnahme wieder erholen kann.

Die GFI Group ist in einem ähnlichen Geschäftsbereich unterwegs (wenn auch mit anderer Spezialisierung) und verlor 22%, die FCStone Group fiel 41%.

Ich befürchte, dass die Liste solch anfälliger, aber sehr wichtigen Firmen im Finanzsystem noch ziemlich lang ist. Funktionieren die Märkte, funktionieren auch die Firmen. Funktionieren die Märkte nicht mehr, wird es für diese Firmen sehr schwierig. Und an diesem grundsätzlichen Zusammenhang können die eigentlich auch nichts ändern ...

Marketwatch:MF Global tries to calm market after shares plunge

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